Wenn orientalische Parolen Verwirrung stiften

Wenn orientalische Parolen Verwirrung stiften

In Alle Artikel, Gesellschaftliches by gdm

Autor: Bruder Sajjad

Im Namen des Erhabenen

Es gibt einige Prinzipien in dieser Welt, die universell und zeitlos gültig sind. Zu diesen Prinzipien gehört, dass derjenige, der eine Botschaft überbringen möchte, diese Botschaft auf jener Sprache und auf jene Weise überbringen muss, die der jeweils angesprochene Adressatenkreis verstehen kann. Auch im heiligen Qur’an ist dieses Prinzip festgehalten.

„Wir schickten keinen Gesandten, es sei denn mit der Sprache seines Volkes, auf dass er sie aufkläre.“ (14:4)

Diese Angelegenheit ist so grundlegend, dass keine funktionierende Kommunikation vorstellbar und möglich ist, ohne dass sich daran gehalten wird.

Umso ungewöhnlicher mutet es an, dass in den letzten Jahren eine Erscheinung in Deutschland (aber auch anderen Ländern Europas) zu beachten ist, in der genau gegen diese grundlegende Regel der Kommunikation verstoßen wird.

Da sieht man hunderte, manchmal bis zu tausend Menschen, die sich versammelt haben. Sie halten zahlreiche riesige Fahnen in den Händen, die allesamt mit arabischen Schriftzeichen bestückt sind. Sie marschieren durch die Straßen, rufen laut ihre Parolen. Diese Parolen werden in einer orientalischen Sprache gerufen. Manchmal rezitiert auch jemand etwas im orientalischen Singsang. Die umherstehenden Menschen wissen nicht, was hier gerade geschieht.

Was steht da auf diesen Fahnen? Was bedeuten diese Rufe? Und warum sind diese Menschen allesamt in schwarz gekleidet? Findet hier gerade etwa eine Invasion statt? Sind dies vielleicht sogar Angehörige einer gewissen Terrorbande, die gerade in Nahost wütet? Oder trauern sie etwa nur um den 2008 gestorbenen österreichischen Politiker Jörg Haider? Warum sollten sie sonst andauernd „Haider, Haider, Haider“ rufen? Komisch. War der nicht sogar gegen Ausländer?

Gott weiß, was in den Köpfen der Zuschauer vorgeht, wenn sie so eine Szene beobachten. Es ist schwer in ihren verwirrten Gesichtern zu lesen. Sicher ist aber, dass sie nicht von selbst darauf kommen können, dass hier gerade einem der größten Verbrechen in der Menschheitsgeschichte gedacht wird. Sie wissen nicht, dass die arabischen Schriftzeichen und orientalischen Rufe dem Enkelsohn des Propheten Muhammad (s.), mit Namen Hussain, gelten. Sie können es weder erahnen noch erraten. Im besten Falle bekommen sie irgendwann einen Demonstrationsflyer in schlechtem Deutsch in die Hand gedrückt, der ein wenig aufklärt, wenn er denn gelesen wird. Im schlimmsten Fall bleibt der Flyer aus und sie gehen mit Angst und Sorge nach Hause. Vielleicht auch frustriert, da ihnen, obwohl sie interessiert waren, die Kommunikation der Hauptbotschaft dieses immerhin öffentlichen Demonstrationszuges verweigert wurde.

Wer also einen öffentlichen Demonstrationszug abhalten möchte, sollte bedenken, dass dann die soziale Pflicht besteht, die Botschaft in jener Sprache zu verkünden, die die Mehrheitsbevölkerung verstehen kann. Dies ist die Mindestbedingung. Wenn man aber nur für sich selbst marschieren möchte, oder für die Kamera eines im Orient ansässigen Kanals inszenieren will, dann sollte man eine Demonstrationsroute wählen, wo man ungestört für sich sein kann. Ein abgelegenes Industriegebiet wäre beispielsweise bestens geeignet.

Das es auch anders geht, beweisen einige kürzlich ausgeführten Aktionen, bei denen junge und junggebliebene Geschwister an Passanten Wasser und Rosen verteilten und diese in ein aufklärendes Gespräch über die Ereignisse von Karbala verwickelten.

Da in einigen Tagen in vielen Städten Deutschlands die Trauermärsche anlässlich des vierzigsten Tages nach dem Martyrium Imam Hussains (bekannt als Arbain) stattfinden, soll dieser Artikel, so Gott will, einige Gedankenanstöße geben.

Auf dass wir gemeinsam das Kommunikationsdefizit in unseren Reihen überwinden können.

Euer Bruder Sajjad

835 Insgesamt angeschaut 1 Heute angeschaut