Fasten im Monat Ramadan

Tipps zum gesunden Fasten im Monat Ramadan

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Autor: Haider al-Mansoor

Im Namen Allahs

Morgen ist es inshAllah soweit. Der heiligste und wohltuendste Monat des Jahres beginnt – der Monat Ramadan. Da in diesen Jahren das Fasten besonders lange dauert, sollen im Folgenden einige medizinisch relevante Ernährungstipps zum Fastenbrechen gegeben werden, so dass wir mit Allahs Hilfe diese Prüfung meistern können.

Gerade bei langen Fastentagen im Sommer, ist es besonders wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Das Essen ist gar nicht so wichtig. Praktisch könnte der Mensch ca. vier Wochen komplett auf Speise verzichten, ohne dadurch einen Schaden davonzutragen. Hierfür stellt der Körper genug Reserven bereit. Beim Wasser ist es jedoch anders, denn ein Mensch kann keine drei Tage aushalten, ohne etwas zu trinken. Hierdurch wird deutlich, wie wichtig das Wasser für uns und unsere Leistungsfähigkeit ist.

Nun aber zu den Tipps, mit denen ihr euch das Fasten erleichtert, und den Monat Ramadan gleichzeitig auch gesünder begeht:

– Vermeidet am besten das „Koma-Essen“ im orientalischen Stil. Wir machen es uns selbst schwer, wenn wir uns direkt zu Beginn des Fastenbrechens vollstopfen. Fangt lieber mit einer Dattel und einem guten Glas Wasser an und verrichtet am besten direkt hierauf das Gebet. In der Zeit, in der wir das Gebet verrichten, kann der Körper das Wasser über den Darm direkt aufnehmen, und wir haben wieder Platz im Magen. Wasser ist nämlich nicht komprimierbar. Wenn es sich also im Magen mit Speise vermischt, dann verweilt das Wasser länger darin, und es setzt sofort ein Vollegefühl an.

– Achtet darauf, leichte Kost zu euch zu nehmen. Vermeidet fettige/frittierte Speisen. Fett braucht am längsten, um im Magen verdaut zu werden – also zwischen 4 und 6 Stunden – und benötigt die meiste Energie, um verdaut zu werden. Das ist auch der Grund, weswegen man nach einer fettreichen Mahlzeit sofort erschöpft ist. Wenn jetzt auch noch Wasser hinzu kommt, quillt im Magen alles auf, und man hat das Gefühl, man könne platzen. Deshalb ist es besser, auf leichte Öle zurückzugreifen. Beispielsweise Olivenöl.

– Seid sparsam beim Konsumieren aufquellender Lebensmittel. Hierzu gehören z.B. zu viel Reis, zu viel Brot und zu viel Nudeln. Diese Lebensmittel saugen sich im Magen mit Flüssigkeit voll, was auch hier dazu führt, dass man sich wieder mit dem Völlegefühl quält. Besser ist es, vermehrt auf Gemüse (gekocht oder roh) zurückzugreifen. Perfekt geeignet sind hierbei u.a. Kartoffeln. Diese quillen nicht auf, und erfüllen denselben Zweck wie Reis, Brot oder Nudeln.

– Vermeidet süße Getränke/Säfte/Eistee/Cola und jegliche Art von Süßigkeiten… der Körper braucht sowas nicht und der Zuckerschock verursacht am nächsten Tag nur unnötige Heißhungerattacken. weil der Insulinspiegel zu schnell steigt. und daraufhin zu schnell und zu tief abfällt. Es kommt hinzu, dass der hohe Zuckergehalt im Blut auch noch osmotisch das Wasser im Blut entzieht, was dann leider unweigerlich durch den Urin ausgeschieden werden will. Dieses Wasser aber brauchen wir im Körper…

– Nehmt viele wasserhaltige Lebensmittel zu euch. Hierzu gehören Suppen, Obst, Gemüse, Salate und mageres und (wenn möglich) nicht gebratenes Fleisch.

– Hier nun noch ein letzter Tipp: Verteilt die Nahrungsaufnahme über die gesamte Zeit vom Fastenbrechen bis zum Fastenbeginn…natürlich nur soweit, wie es mit dem frühen Aufstehen am nächsten Tag vereinbar ist. Somit hat man genug Zeit, über die 3-4 Stunden, in denen man etwas zu sich nehmen darf, die nötige Flüssigkeit in sich aufzunehmen. Das Ziel sollten ca. 1,5-2 Liter Flüssigkeit/Tag sein. Mit dieser Menge hat man genug Flüssigkeit für den nächsten Tag, und  fühlt sich zudem fitter, und hält es besser bis zum nächsten Abend durch.

Ihr seht also, dass das Wasser im Monat Ramadan viel wichtiger ist als die Speise, wodurch das Fasten im heiligen Monat vereinfacht wird, was wiederum dazu führt, dass wir unsere Tätigkeiten mit einem größeren Elan und einer größeren Freunde nachgehen könnten.

(Bruder Haider al-Mansoor ist Mediziner, und hat uns freundlicherweise diesen  Text zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt)

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