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Jahresmotto 2013/2014 – Gemeinschaft formen

In Gemeinschaft der Mitte, Mitteilungen by gedemi

Gemeinschaft formen

Wie einige von euch vielleicht mitbekommen haben, hat die Gemeinschaft der Mitte für das Jahr 1435 nach der Hidschra (Auswanderung des Propheten) erstmalig ein Jahresmotto ausgerufen. Ein solches Jahresmotto ist wichtig, damit die Gemeinschaft sich für diesen Zeitraum thematisch vermehrt auf eine Fragestellung konzentriert und sie dementsprechend in ihren Aktivitäten berücksichtigt. Dieses Jahresmotto soll sich letztendlich jedoch nicht auf eine einzelne Gemeinde begrenzen, sondern ein Orientierungspunkt für Geschwister und Gemeinden im gesamten deutschsprachigen Raum sein und werden. In den nächsten Jahren wird, so Gott will, die schrittweise erfolgende Etablierung des jeweiligen Jahresmottos angestrebt.

Im Folgenden wird das genannte Jahresmotto beschrieben werden:

Der Islam misst der Gemeinschaft einen großen Stellenwert bei. Sie ist der Ausgangspunkt einer jeden kollektiven Aktivität. Der Erfolg einer Gemeinschaft misst sich dementsprechend daran, wie gut eine Gemeinschaft geformt und aufgebaut ist. Dies hängt zum einen von der Entwicklung und Situation eines jeden Einzelnen in der Gemeinschaft ab und auf der anderen Seite davon, wie sehr die Einzelpersonen miteinander verwoben sind und innerhalb der Gemeinschaft ihre Rolle gefunden haben und diese aktiv ausleben.

Wenn von „Gemeinschaft formen“ die Rede ist, dann ist gleichzeitig die Rede von Erziehung. Es geht um die Erziehung einer Gemeinschaft, die gemeinsam wächst und sich gemeinsam entwickelt. Eine starke Gemeinschaft kann nur eine Gemeinschaft sein, in der ein jedes Glied eine Stütze für den anderen ist. Sie helfen einander, unterstützen einander, ergänzen einander. In einer guten Gemeinschaft gibt es gemeinsame Ziele und ein jeder versucht sein Bestes, um einen Beitrag zum Erreichen dieser Ziele zu leisten. Eine gesunde Gemeinschaft schafft es, auch schwächelnde oder gar kranke Glieder zu erkennen und zu heilen. Insgesamt kann man durchaus sagen, dass eine intakte Gemeinschaft auf ein harmonisches Zusammenspiel verschiedenster Faktoren und Komponenten basiert, bei dem die einzelnen Individuen mit Zahnrädern aus einem Uhrenwerk verglichen werden können.

Die Gemeinschaft der Mitte hat schon seit einiger Zeit auf die Wichtigkeit verschiedener Untergruppen Aufmerksam gemacht, die eine Gemeinschaft ausmachen. Beispielsweise ist hier die Rolle der Schwestern zu erwähnen, die ein wichtiger Motor bei einer jeden islamischen Aktivität sind. Oder auch unsere Geschwister im fortgeschrittenem Alter, die mit ihrer Anwesenheit der Gemeinschaft Ruhe und Erhabenheit schenken. Vor allem aber ist ein wichtiger Augenmerk auf die Zukunft einer jeden Gemeinschaft zu richten: Die Kinder und die Jugendlichen. Sie sind die Früchte, die eine Gemeinschaft erntet und die den Geist einer Gemeinschaft weitertragen. Wenn sie sich in der Gemeinschaft befinden, werden sie von der Gemeinschaft erzogen. Ein jedes Kind ist dann Kind der Gemeinschaft.

Was die Jugendlichen im Speziellen angeht, so beleben sie die Gemeinschaft mit ihrer jugendlichen Energie und auch ihrem Eifer. Leider wurde diese Gruppe in den letzten Jahrzehnten in Deutschland von den islamischen Gemeinschaften stark vernachlässigt. Es wurde weder die Sprache gesprochen, mit der sie aufgewachsen sind, noch wurde sich in einem ausreichenden Maße um ihre Belange gekümmert. Dies hat mitunter dazu geführt, dass sie sich entweder von den Gemeinschaften distanziert haben und sich bis heute dort nicht willkommen fühlen, oder dass sie von Menschen angezogen worden sind, die sie für ihre eigenen Interessen ausnutzen und verderben. Deshalb muss beim Formen der Gemeinschaft ein besonderer Fokus auf sie gelegt werden.

Wenn wir von „Gemeinschaft formen“ sprechen, ist damit auch gemeint, dass wir versuchen Geschwister einzuladen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, von der islamischen Gemeinschaft entfernt haben. Es muss eine Atmosphäre geschaffen werden, bei der sich solche Geschwister wohlfühlen und wieder eingegliedert werden können. Wenn sich so jemand gar von selbst der Gemeinschaft nähert und den Kontakt sucht, aber in gewissen islamischen Praktiken noch Defizite hat, so dürfen wir nicht die Stirn runzeln und diese Einzelperson vergraulen. Wir sollten uns vielmehr freuen, dass diese Person gerade in unserer Gemeinschaft Zuflucht gesucht hat und hoffen, dass diese Defizite mit Hilfe der Gemeinschaft ausgeglichen werden.

Deshalb darf sich eine Gemeinschaft nicht zu fein dafür sein, die einzelnen Geschwister anzusprechen und einzuladen, damit sie kommen. Viele Herzen öffnen sich, wenn sie persönlich angesprochen und herzlich in eine Gemeinschaft eingeladen werden. Auch das ist „Gemeinschaft formen“.

Die Gemeinschaft der Mitte ist jedenfalls seit Beginn des islamischen Jahres 1435 n.d.H. (November 2013) in ihren Treffen und bei den entsprechenden Vorträgen das Jahresmotto mit einfließen lassen und wird auch in nächster Zukunft speziell darauf eingehen. Vielleicht fühlen sich auch andere Gemeinschaften von diesem Jahresmotto angesprochen und werden versuchen dieses Thema speziell in ihren Sitzungen aufzugreifen. Ihr könnt uns auch gerne kontaktieren, damit wir uns über das Jahresmotto austauschen.

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