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Ist Sport und Fasten im Monat Ramadan vereinbar?

In Alle Artikel, Gesellschaftliches, Wissenschaftliches by gdm

Autor: Haidar al-Mansoor

Im Namen Allahs,

Liebe sportliche Brüder und Schwestern im heiligen Monat Ramadan,

Grundsätzlich ist Fasten und sportliche Betätigung im Ramadan soweit unbedenklich, vorausgesetzt man beachtet und hält sich an ein paar wenige, aber wichtige Regeln.

Zum Sport gehören, neben der passenden Sportbekleidung und der nötigen Motivation, die benötigte Energie, Sauerstoff und ausreichend Flüssigkeit. Über den Tag verteilt wird die gespeicherte Energie, die wir am Abend zuvor durch das Fastenbrechen aufgenommen haben, wie bei einer Batterie, nach und nach dosiert zur Verfügung gestellt. Sogar wenn wir nichts tun, verbrennen wir Energie. Wenn wir sogar aktiv sind ( durch harte Arbeit oder Sport) verbrennen wir natürlich entsprechend mehr.

Was passiert nun mit bzw. in uns wenn wir fasten?

Nach ca. 6 – 8 Stunden Verzicht auf Nahrungsaufnahme ist der schnell verfügbare Energieträger Glukose (Zucker) bereits aufgebraucht. Der Körper beginnt dann Fett zum Teil zu „verbrennen“ und zum Teil in Zucker umzuwandeln. Dieser Vorgang braucht seine Zeit. Der Körper registriert diesen Zustand und versucht jetzt sparsam mit den Energiereserven umzugehen. Er fährt den gesamten Stoffwechsel herunter. Wir befinden uns dann im Sparmodus. Wenn wir bspw. um 01:30 mit dem Fasten beginnen, erreichen wir diesen Zustand bereits am Vormittag.

Nun zu den Tipps, mit denen man auch während des Fastens Sport treiben kann:

Da die Energie durch die Fettverbrennung erst „mühsam“ bereitgestellt werden muss und der Körper im genannten Sparmodus ist, ist es ratsam, nur leichten sportlichen Tätigkeiten nachzugehen. Darunter sind moderates Joggen, Walken, leichte Fitnessübungen etc. zu verstehen. Vermeidet Marathonläufe, Sprints, Spinning, Wettkämpfe und ähnliche anstrengenden Sportbetätigungen. Alles, was schnell und viel Energie benötigt, sollte bis nach Ramadan warten.

Wenn wir Sport machen, schwitzen wir. Über den Schweiß verlieren wir viel Wasser. Also müssen wir darauf achten, am Vorabend und am Abend nach dem Sport genug Wasser zu trinken. Dazu mehr im Artikel „Tipps zum gesunden Fasten im Monat Ramadan“.

Damit wir erst gar nicht soviel Schweiß verlieren, ist eine leichte/luftige Kleidung und Sport an der freien Luft im Schatten zu empfehlen. Von Sport unter der Sonne oder in warmen Räumen sollte man Abstand halten. Der Körper erwärmt sich unnötig schnell und stark. Wir verlieren unnötig Schweiß und Wasser, und die Gefahr eines Hitzeschlags erhöht sich.

Für die Sportler, die gerne Sport betreiben, bei dem Muskeln aufgebaut werden, ist es wichtig, zum Fastenbrechen reichlich Proteine zu sich zu nehmen – Also Fleisch, Fisch, Quark, Käse und Joghurt.

Eine ideale Zeit zum Sport wäre kurz vor dem Fastenbrechen. Es ist kühler Abend, die Sonne scheint nicht so stark und im Anschluss könnt ihr dann zeitig trinken und den Flüssigkeitsverlust ersetzen. Beachtet, dass ihr nach dem Sport mehr trinken müsst als sonst.

Ihr seht also, Fasten und Sport ist durchaus miteinander vereinbar. Hört auf euren Körper. Ihr werdet schnell merken, welches körperliche Leistungsniveau für euch angemessen ist. Die Herzfrequenz sollte 120 – max. 140 Schläge pro Minute nicht übersteigen.

Und vergesst am Abend nach dem Sport nicht, euch genauso gut, wenn nicht noch besser, geistig und spirituell zu betätigen. Dafür ist dieser heilige Monat Ramadan da. Inschallah erhört Allah unsere Gebete, akzeptiert unsere guten Taten und erleichtert uns das Abnehmen.

(Bruder Haider al-Mansoor ist Mediziner, und hat uns freundlicherweise diesen Text zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt)

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