Seelentage Köln 2016

Erfahrungsbericht Seelentage

In Alle Artikel, Berichte/Briefe, Spirituelles by gdm

Autorin: Shirin N.

Freitag, 11.03.2016, 19:00- Mit fünf weiteren Anreisenden aus dem Saarland machte ich mich auf den Weg nach Köln, um dort für ein Wochenende ohne Handy, die Außenwelt und den Alltagsstress zu vergessen und eine Auszeit von all der Hektik, dem Lernstress und chaotischen Gedanken zu nehmen. Gesagt, getan: Um Mitternacht kamen wir alle unversehrt nach einer schönen, unterhaltsamen und vor allem lehrreichen Zugfahrt in Köln an und wurden sehr herzlich empfangen. Dies kannte ich bereits von meinen letzten Besuchen dort und es fühlte sich an, als ob ich schon lange Teil dieser Gemeinschaft sein würde und nur von einer etwas längeren Reise zurückkäme.

Nach einem ersten Kennenlernen und ersten kleinen nächtlichen Gesprächen sowie ein wenig Schlaf war es dann auch schon so weit: Am nächsten Morgen wurden die Handys (mehr oder weniger leichtfertig) abgegeben und das Programm begonnen; ein letzter Abschied an die Außenwelt und ein Hallo an die eigene Seele: Der Raum, in dem wir uns ab nun den Großteil des Tages befinden sollten, war abgedunkelt und still und somit sehr schön an die gewollte Atmosphäre angepasst. Im kleinen Kreise saßen wir nun da, darunter erstaunlich viele junge Menschen, und konnten nach einer Kennlernrunde (die ich persönlich sehr schön fand, da sie ein gewisses Gefühl des Vertrauens in die Sache brachte) mit dem ersten Thema starten: Wer bin ich? Für mich eines der schönsten und wichtigsten Themen, die an diesem Wochenende durchgenommen wurden, da es von ungeheurer (epistemischer) Wichtigkeit ist, wie ich finde. Nach diesem Einstieg folgten dann auch die nicht minder schönen Themen wie die eigene Vergangenheit, Sünden und Verfehlungen, Dankbarkeit für Gottes Gnade, der eigene bevorstehende Tod. Letzteres Thema war sozusagen der Höhepunkt an diesem ersten, arbeitsintensiven Tag. Arbeitsintensiv deshalb, weil die Themen nicht einfach durch Vorträge eines Gelehrten abgedeckt wurden, sondern weil wir, jeder für sich selbst, die Hauptarbeit leisten mussten; uns mit diesen Fragen in Form von Niederschriften, für die wir immer genügend Zeit hatten, auseinandersetzten und danach in Besprechungsrunden über etwaige Erkenntnisse, Gefühle, Erlebnisse reden konnten. Mit der Zeit entwickelte ich ein starkes Vertrauen zu den anderen Teilnehmern und hatte das Gefühl, dass es jedem so ging. Aber man entwickelte nicht nur eine stärkere Bindung zu den Brüdern und Schwestern, sondern vor allem auch, so empfand ich es, zu Gott. Durch die Kurzvorträge von Bruder Ali Taleb und Sajjad (an dieser Stelle noch einmal einen sehr herzlichen Dank für die schönen Impulse!) inspiriert, merkte ich dass ich kaum zu stoppen war in meinem Schreibfluss, in den persönlichen Texten zu Gott und den daraus resultierenden, durchaus spirituellen Momenten, die ich dort mit der Gemeinschaft erleben durfte. Somit war der erste Tag ein sehr schöner, inspirierender und bereichernder Moment meines Lebens, der einiges in den Herzen aller Teilnehmer bewegt hatte- man spürte es nahezu hautnah an der Atmosphäre, für dessen Beschreibung mir leider nur ein passendes Wort im Englischen einfällt: „vibrant“.

Von diesem Tag erheblich beeindruckt, hätte ich nicht gedacht, dass der folgende (Halb-) Tag dies noch einmal toppen könnte, doch dazu kam es, als Themenkomplex sechs:“ die Nähe zu Gott“ behandelt wurde. Durch all die vorherigen Themen nochmal ein Stück näher zu Gott gebracht und spirituell vorgewärmt, empfand ich dieses Thema und diese Phase des Schreibens besonders emotional, produktiv und spirituell und für mich kam dieses Thema einem krönenden Abschluss, der an Spiritualität an diesem Wochenende kaum zu übertreffen war, nahe. Nicht nur ich, sondern auch sehr viele weitere Geschwister hatten und teilten diesen Eindruck und äußerten diesen auch in einer abschließenden Feedbackrunde, in der jeder Kritik, Lob und Vorschläge äußern konnte.

Im Gesamten lässt sich also sagen, dass ich einiges aus diesem Wochenende mitgenommen habe, sowohl im religiös- spirituellen Sinne als auch an Bereicherung durch die anderen Geschwister, die einem in diesen zwei Tagen doch ans Herz gewachsen sind. Vor allem entwickelte sich von Beginn an ein Gefühl der Heimat und des Vertrauens, wofür neben den Rednern auch die Teilnehmer und Helfer sorgten. Was ich persönlich zusätzlich mitnehmen konnte ist eine unheimlich starke Inspiration hinsichtlich meiner Vorliebe, Texte zu schreiben und zu philosophieren, einige sehr nette Schwestern, die dieselben Visionen und Interessen mit mir teilen sowie eine Art Wiederaufbau meiner (leider oft im Unistress untergegangener) spirituellen Beziehung zu Gott. Ohne es im Vorfeld direkt erwartet zu haben, hatte diese  Veranstaltung einen derart positiven Einfluss auf mich, dass sich bereits jetzt einiges bei mir nach der Ankunft zuhaus verändert hat. Und dafür möchte ich recht herzlich danken- An erster Stelle Bruder Sajjad und Ali Taleb, den drei Helfern Mariam, Hassan und Kashif und zuguterletzt auch allen Teilnehmern, die den Mut und das Vertrauen hatten, über eigene Erfahrungen und Gefühle zu sprechen und somit einen großen Teil dazu beigetragen haben, dass diese Veranstaltung ein voller Erfolg war! Gerne würde ich mir in Zukunft weitere Veranstaltungen dieser Art wünschen und freue mich, die Gemeinschaft der Mitte bald wieder besuchen zu dürfen. Chapeau für dieses Engagement und all die Arbeit die dahinter steckt!

Weitere Erfahrungsberichte:

>>2. Erfahrungsbericht<<

>>3. Erfahrungsbericht<<

 

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