Die Wichtigkeit der frühen Heirat

Die Wichtigkeit der frühen Heirat

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Autor: Osama Hazime

Die Heirat ist sicherlich eines der beliebtesten Themen unter den Muslimen, wird aber dafür umso weniger bis gar nicht angesprochen. Oder darf es besser gesagt nicht angesprochen werden? Die Heirat gilt als ein segenspendendes Vorhaben und dennoch wird sie aus unterschiedlichen Gründen, die ich benennen werde, nicht gefördert oder gar verhindert. Dabei macht es zwar oft den Anschein, dass in den meisten Fällen dritte Personen Ehen verhindern möchten, was aber nicht immer der Fall ist. Vielmehr sind die Heiratskandidaten jene, die sich selbst Blockaden setzen und in ihrer Überzeugung verharren – bis sie merken, dass sie einen Fehler begangen haben, wenn die Zeit schon weit fortgeschritten ist und sie immernoch keinen Partner haben.

Das Thema "Heirat" ist ein sensibles Thema und viele können mit Kritik diesbezüglich nicht umgehen. Dennoch ist es wichtig, über dieses Thema zu sprechen, denn wo Probleme auftreten, müssen diese angesprochen werden, um sie behandeln zu können. Die Lösung eines Problems beginnt mit dem Erkennen des Problems. Im nächsten Schritt folgt die Benennung und im dritten die zielorientierte Umsetzung einer oder mehrerer Lösungen.

Mit großem Bedauern lässt sich feststellen, dass enge Familienmitglieder einer unverheirateten Person dieses mit Licht erfüllte Vorhaben der Ehe aufgrund von unlogischen Gründen oft zu verhindern versuchen. Die Behauptung, "sie seien noch zu jung” um eine Heirat einzugehen, wird dabei aufgestellt, ohne die Empfehlung des Propheten – die frühe Heirat –  zu bedenken. Nein, es werden eher Ausreden gesucht, um den eigenen Argumenten Stärke zu verleihen, obwohl sie nicht immer vernünftige Gründe dafür nennen können, wieso es schlecht sei, dass früh geheiratet wird. Sie sollen lieber die Schule, die Ausbildung oder das Studium absolvieren, ehe sie heiraten, heißt es. Die frühe Heirat schützt jedoch vor Übertretungen, denn Jugendliche sind neugierig und wollen neue Dinge ausprobieren. Ohne eine Richtschnur können diese Jugendliche vom Stamm des Weges zu den Zweigen der Zweige gelangen, bis sie in der Verwirrung zu weit fortgeschritten sind, um den Segen einer Heirat zu erkennen. Zudem setzen sich einige Jugendliche durch ihre falsche Denkweise und durch ein falsches Bild der Ehe selbst Steine in den Weg. Sie betrachten die Heirat eher als eine Last und nicht als eine Entlastung. Natürlich bietet jedes Vorhaben Vor- und Nachteile, aber die Vorteile einer Ehe überwiegen, sonst würden die meisten Menschen nicht heiraten. Die fehlende Bereitschaft, eine Ehe einzugehen, ist nur ein Hinderungsgrund in einer Kette von Gründen. Beispielsweise lehnen viele Eltern oder auch die Kandidaten selbst es ab, jemanden mit einer anderen Nationalität kennenzulernen, obwohl andere Dinge eine größere und entscheidendere Rolle spielen. Eltern dürfen islamisch gesehen in der Regel nicht ablehnen, wenn sie mit dem Glauben, Charakter und dem Verhalten des Anfragenden zufrieden sind. Sie sollten vorher diese Dinge überprüfen und nicht präventiv ablehnen. Dies ist weder vernünftig, noch angemessen für die eigene Tochter oder den eigenen Sohn. Unser geehrter Prophet Muhammad (s.) ging bei jeder bei ihm getätigten Anfrage bezüglich der Heirat zu seiner reinen Tochter und bat sie um ihre selbstständige Entscheidung. Er hat nicht ohne ihre Kenntnis darüber entschieden. Wir sprechen von der Beziehung zwischen dem vorbildlichsten Menschen, dem Siegel der Propheten, und der Fürstin der Frauen aller Welten.

Ohne Zweifel gehört die Heirat zu einer der wichtigsten individuellen und kollektiven Angelegenheiten unserer Gesellschaft. Damit auftauchende Probleme sind gesellschaftliche Probleme, die es zu lösen gilt.

Um im Folgenden nur einige Lösungsvorschläge zu nennen:

Imame, Theologen und gebildete Redner etc. sollten diese Themen in Moscheen und anderen Einrichtungen viel öfter ansprechen, die Betroffenen konstruktiv kritisieren und ihnen islamisch beleuchtete Lösungsvorschläge anbieten.

Die Eltern der Jugendlichen sollten ihnen bei Tat und Rat beistehen, ihnen den Weg weisen und sie dazu motivieren, die frühe Heirat einzugehen. Die Partnerwahl ist ein entscheidender Faktor, der oft erfahrene Beratung benötigt.

Das Thema darf im Volksmund allgemein kein Tabuthema sein, weil die Ehe vor Schaden fernhält und die Lebensweise des Gesandten Gottes ins Leben der Menschen integriert. Moschee-Vorstände sind in diesem Fall gefragt, das Thema für Jugendliche leicht zugänglich zu machen und Wege zur Ehe offen zu halten.

Sobald ein Mensch eine gewisse Reife erreicht hat bzw. selbstständig vernünftig denken und entscheiden kann und weiß, welche Verantwortung mit der Ehe einhergeht, so ist dieser im bestem Alter, eine Heirat anzustreben. 

Der Bringer froher Botschaft sagte einst:

"Bei jedem jungen Menschen, der in jungen Jahren heiratet, stöhnt der Satan auf: ´Wehe ihm, wehe ihm, zwei Drittel seiner Religion sind nun gegen mich geschützt!´ "

"Wer auch immer meiner Tradition folgen will, sollte wissen, ´die Heirat´ gehört zu meiner Tradition!"

 

 

 

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