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Bericht von Bruder Pascal aus der Schweiz: Verstehen, was gesagt wird

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Autor: Pascal Schöni

Im Namen Allahs
Als Bruder Sajjad und Bruder Ali Taleb uns im Frühling in der Schweiz besuchten, haben wir abgemacht, dass wir uns revanchieren und die Gemeinschaft der Mitte während der Trauerzermonien im Monat Muharram besuchen würden.

Als schließlich der genannte Monat eintraf, haben wir (d.h. ein weiterer Bruder aus unserer Gemeinde und ich) uns gemeinsam mit unseren Familien also auf den langen Weg von der Schweiz nach Köln gemacht.

Ich muss sagen, es hat sich mehr als gelohnt. Geschlagene 17 Jahre bin ich Muslim und habe Jahr für Jahr während Aschura oder anderen Veranstaltungen diverse Moscheen besucht. Meistens war das Programm auf Arabisch, manchmal auf Farsi. Verstanden habe ich auf jeden Fall nichts. Das einzige was ich wahrgenommen habe war Lärm. Es wurde geweint, geschrien, Geschichten erzählt, aber mitbekommen habe ich nichts und nur sehr selten hat sich jemand bereit erklärt mir etwas zu übersetzen. Es kam soweit, dass ich angefangen habe Moscheen zu meiden, da ich danach immer Kopfschmerzen hatte und frustriert war.


Jetzt aber nun das. Ich sitze in einer Moschee und verstehe was gesagt wird. Konzentriert kann ich zuhören. Obwohl ich müde von der langen Anreise bin lausche ich den Worten des Redners. Trauergesänge werden rezitiert und Tränen fließen mir aus den Augen, einfach so, weil ich verstehe was da gesagt wird. Bei der Latmyia schlage ich mir auf die Brust und weiß warum ich das tue. Nicht einfach weil alle anderen es tuen und mir gesagt wird, es gehöre dazu. Nein, ich tue es, weil ich die Worte verstehe und weil sie mich schmerzen.


Neben mir sehe ich meine Kinder welche keinen Unsinn treiben, weil es ihnen wie sonst langweilig ist. Sie sitzen und hören den Vorträgen zu. Meine Tochter beginnt während den Trauergesängen zu weinen, von ganz alleine, einfach nur weil sie versteht was gesagt wird. Sogar meine noch kleinen Jungs hören zu und stellen danach Fragen zu dem Gesagten.
Während des anschliessenden Essens verstehe ich, was links und rechts von mir gesprochen wird. Es besteht die Möglichkeit, obwohl ich niemanden persönlich kenne, an einem Gespräch teilzunehmen.


Wir haben diese Reise mehr als nur genossen und wünschen der Gemeinschaft der Mitte mit Gottes Hilfe Erfolg in ihrem Vorhaben, den Islam den Menschen in der Sprache zu vermitteln, die sie auch verstehen.

Eurer Bruder im Islam
Pascal

(Bruder Hussain Pascal Schöni ist Vorsitzender des Vereins GdAS (Gemeinschaft der Ahl al Bayt Schweiz))

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