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Abraham, Ismail und Imam Hussain

In Alle Artikel, Spirituelles by gdm

Autor: Bruder Sajjad

Im Namen des Erhabenen

Liebe Geschwister,

zunächst einmal möchte euch herzlich zum gesegneten Opferfest gratulieren und wünsche euch allen den Frieden und Segen Allahs.

Angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten, wo derzeit die geistigen Kinder der Ummayaden („IS“) ihr Unwesen treiben und in vollsten Zügen alle Eigenschaften der geistigen Zurückgebliebenheit und Unwissenheit demonstrieren, ist es umso wichtiger, dass wir den Geist eines solchen Festes begreifen und dass wir es nicht auf seine Äußerlichkeiten begrenzen.

Denn die Geschichte von Abraham und Ismail ist voller Lehren für die Menschheit. Sie lehrt wahres Gottesvertrauen und innige Gottesliebe. Sie lehrt Demut und Bescheidenheit. Sie lehrt uns die Bereitschaft loszulassen, in einer Welt, in der wir gewohnt sind, immer mehr anzusammeln.

Abraham wurde geprüft. Jawohl, er wurde schwer geprüft. Er wurde schwerer geprüft, als man sich vorstellen kann. Gott verlangte von ihm, dass er seinen Sohn Ismail opfert und Abraham selbst sollte der Schlachter sein. Und Ismail wurde geprüft, sollte sich bereitwillig als Opfergabe hergeben. Abraham vertraute vollends auf Gott, nahm das Messer und schnitt Ismail in den Hals. Doch da wurde das Messer stumpf. Gott zeigte seine Barmherzigkeit in vollsten Zügen und Vater und Sohn bestanden beide diese schwere Prüfung. Sie erhielten die Ehre, zu den Vorvätern des Siegels aller Propheten, dem Gipfel der Schöpfung, dem Liebling Gottes, der Barmherzigkeit für alle Welten, Muhammad (der Friede Gottes sei mit ihm und seiner reinen Familie) zu gehören.

Aber da war noch mehr als das. Gott lehrte den Menschen durch dieses Ereignis, wie wichtig ein Menschenleben ist. Es ist so wichtig, dass Ismail nur durch ein „großes Schlachtopfer“ ausgelöst werden konnte. Im heiligen Qur’an heißt es hierzu:
„Wir lösten ihn mit einem gewaltigen Schlachtopfer aus“ (37:107)

Doch was ist dieses gewaltige Schlachtopfer, von dem Gott hier in Seinem heiligen Buch spricht. Viele Menschen glauben, dass hiermit das Lamm gemeint sei, das Abraham anstatt Ismails hatte schlachten sollen. Doch im Vers ist die Rede von einem „gewaltigen Schlachtopfer“. Wenn wir über die Eigenschaften eines Lammes oder einer Ziege nachdenken, dann stellen wir zweifellos fest, dass keines dieser Tiere die Eigenschaft aufweist, als dass man es als „gewaltig“ (arab. adhim) hätte bezeichnen können. Es muss in diesem Vers etwas oder jemand anderes gemeint sein, der die Eigenschaft „gewaltig“ erfüllt.

Um herauszufinden, wer damit gemeint ist, reicht ein Blick in die Geschichte. Welche Opfergabe ist gewaltiger als das Opfer Imam Hussains, des geliebte Enkelsohnes des Propheten Muhammad (s.). Er selbst war Abraham, als der Hals seines Babys in seinen Armen durch einen dreizackigen Pfeil durchbohrt wurde, der von den Soldaten Yazids abgeschossen worden war. Er selbst war Ismail, als er auf grausamste Art und Weise geschlachtet, sein Kopf ihm abgetrennt, sein Körper ihm zertrampelt wurde. Er war es, der nicht nur sein Baby, sondern mit 72 weiteren Ismails nach Karbala gekommen war, die allesamt massakriert wurden. Er war es, der bereit war all das zu geben. Als er all seine Freunde und Verwandte gegeben hatte, und nicht mehr übrig war, außer sein eigenes Leben, erhob er seine gesegneten Hände zum Himmel und fragte seinen Herrn: „Bist du mit dem zufrieden, was ich bisher gegeben habe?“

Jawohl liebe Geschwister, lasst uns das Opferfest feiern, zelebrieren, lasst uns fröhlich sein. Lasst uns aber auch seinen Geist verstehen, seine Wahrheit und seine Realität. Wir müssen daraus lernen, es in unser eigenes Leben wirken lassen.

Haben wir genug getan, damit eine Harmonie auf der Welt, in unserem Land, in unserer Stadt, in unserer Straße, ja bei uns Zuhause hergestellt wird? Haben wir ausreichend von unserer Zeit gegeben oder ausreichend von unserem Besitz gegeben oder unserem Wissen gegeben? Haben wir genug gegeben? Haben wir die Prüfungen zur Zufriedenheit Allahs gemeistert? Ist das, was wir jetzt geben, wirklich all das, was wir geben könnten oder liegt es weit darunter?

Heute ist die Zeit der Freude, doch in einigen Wochen bricht die Zeit der Trauer an. In einigen Wochen wird das gewaltige Schlachtopfer eingelöst, der heilige Monat Muharram beginnt. Es mag sein, dass einige Personen Imam Hussain nicht kennen, so ist ihnen empfohlen, die Gelegenheit zu nutzen, um diese großartige Person der Menschheitsgeschichte kennenzulernen. Und diejenigen, die ihn kennen, sind dazu aufgerufen, ihn besser kennenzulernen und zu dienen, damit auch andere Menschen ihn kennenlernen können.

Ich wünsche euch ein gesegnetes Opferfest.

Euer Bruder Sajjad

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